Rezension: Symphony of the Sinner

von Loly | Okt. 11, 2026

Sokrates in Sneakern

Titel: Symphony of the Sinner

AutorIn: Becca S. Hale

Format: Hardcover

ISBN: 9783596714216

Seiten

Bewertung:

Die Dekrete der Hölle

Zum Inhalt:

In der Nacht vom 31. Oktober zum 1. November verstecken sich die Bewohner von Grimmwood Creek, denn dann öffnen sich die Tore zur Unterwelt und ihre Kreaturen wandeln durch die Straßen. Parker jedoch versteckt sich nicht, da sie endlich die Wahrheit über den Tod ihrer Mutter erfahren und Rache üben möchte. Gegen alle Vernunft springt sie durch eines der Tore und findet sich in der Hölle wieder. Um an diesem grausamen Ort zu überleben, schließt sie einen riskanten Pakt mit dem Dämon Azael. Er soll ihr dabei helfen, unter den Dämonen nicht aufzufallen. Dafür muss sie die sieben Rituale der Todsünden vollziehen. Doch erst als die Grenzen zwischen Monster und Mensch zunehmend verschwimmen und ihr Vertrauen längst missbraucht wurde, wird Parker bewusst, wie hoch der Preis für die Wahrheit wirklich ist…

Mein Eindruck:

Ich verfolge Beccas schriftstellerische Reise seit ihrem Debüt und war als Herbst- und Halloween-Fan sofort an ihrem neuesten Werk interessiert. Beim Lesen ist mir daher umgehend eine Sache aufgefallen: die Veränderung in ihrem Schreibstil. Ich fand ihre Trilogie schon gut, aber in Symphony of the Sinner hat sie noch eine Schippe draufgelegt. Es hat mir mehr als gefallen, diesen Qualitätsunterschied festzustellen und damit ihre Entwicklung so überdeutlich mitzuerleben.

Die raue und düstere Atmosphäre in der Hölle und in Grimmwood Creek ist ihr gut gelungen. Besonders in der Hölle wurde diese zunehmend mit Elementen von Brutalität, Ekel, Kälte und Erbarmungslosigkeit ausgebaut. Ich fand den Aspekt der sieben Todsünden, die Parker im Zuge ihrer Reise erfüllen muss, äußerst faszinierend. Einerseits habe ich mich noch nie tiefergehend mit ihnen beschäftigt, andererseits wurden die Makel der Menschheit wieder einmal deutlich. Hinzu kommt die Symbolik der Pentakel-Kette, die Parkers Fortschritt auf kreative und anschauliche Weise darstellt.

Parker zeichnet sich als Hauptfigur durch eine extreme Willensstärke aus, die von ihrer Wut angetrieben wird. Zudem wirkt sie auf mich unerschrocken und unsicher. Sie lässt sich leicht aus der Reserve locken, besonders durch Azaels abschätzige Kommentare. Er versteckt seine wahren Bedürfnisse und Gefühle hinter einer Maske aus absoluter Gleichgültigkeit, was ich spannend zu beobachten fand. Genauso spannend, war die Entwicklung der beiden, denn zu einem gewissen Zeitpunkt der Handlung erschien mir Parker fast dämonischer als Azael zu sein und ich bin mir sicher, dass das so gewollt war. Da die Romance zwischen den beiden kaum im Fokus steht, habe ich mich über jeden hitzigen Schlagabtausch gefreut, als wäre es der erste Kuss. Die schleichende Entstehung von etwas mehr zwischen ihnen, hat mir gut gefallen, weil es sich so authentisch angefühlt hat.

Auch die Mehrheit aller Handlungen in der Geschichte fand ich authentisch, weil sie entweder perfekt auf das Leben in der Hölle zugeschnitten waren oder einfach sehr stimmig mit dem Innenleben und den Motivationen der Charaktere waren. Es gab Momente, in denen ich wirklich überrascht darüber war, was ich gerade gelesen hatte, und andere, bei denen ich fest mit einem bestimmten Ausgang einer Szene gerechnet hatte. Dieses Verhältnis war bis zum Schluss ausgeglichen, wodurch die aufgebaute Spannung nie vollständig abgeflacht ist.

Die einzigen beiden Kritikpunkte, die ich bezüglich des Buchs äußern kann, sind zum einen die Willkür bei der Erfüllungen der Todsünden und zum anderen Parkers Überraschung, als sie den Ursprung der Dämonen herausgefunden hat. Sonst konnte mich die Geschichte überzeugen und ich freue mich auf die Antworten, die der zweite Band auf meine offenen Fragen geben wird.

Symphony of the Sinner ist ein mitreißendes, spannendes und düsteres Buch, das perfekt in die Zeit um Halloween passt und sich mit den Abgründen des menschlichen Daseins beschäftigt.

 

 

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für einen Moment wirkt der Hof fast... schön.

Skurril, aber schön.

Ein Ort für diejenigen, die das Seltene lieben,

weil es ihnen die Besonderheit von Vergänglichem

und von Dunklem offenbart,

die nicht für jeden auf den ersten Blick zu erkennen ist.

- Parker