Rezension: The Man I Never Met - Kann man lieben, ohne sich zu kennen?

von Apr 8, 2023

Sokrates in Sneakern

Titel: The Man I Never Met – Kann man lieben, ohne sich zu kennen?

AutorIn: Elle Cook

Format: Taschenbuch

ISBN: ‎ 9783841232281

Seiten

Bewertung:

Unausweichlich

Zum Inhalt:

Hannah wird an einem kalten Wintertag in London von einer unbekannten Nummer angerufen und der Anrufer, Davey, hatte fest mit seinem potenziellen neuen Boss gerechnet, doch wie sich herausstellte, landete er immer wieder bei ihr. Sie bleiben in Kontakt, schrieben sich Nachrichten, telefonierten und lernten einander kennen. Davey sollte in absehbarer Zeit nach London ziehen, doch an seinem Anreisetag stieg er nicht aus dem Flugzeug. Werden sich die beiden jemals begegnen?

Mein Eindruck:

Es handelt sich bei diesem Buch um ein weiteres Rezensionsexemplar. Ich fand die Frage, ob man lieben kann, ohne sich zu kennen, so faszinierend und schön, dass ich das Buch einfach lesen wollte. Das Meet-Cute von Hannah und Davey hat mich sofort in den Bann gezogen und ich wollte unbedingt wissen, wie es weitergehen wird.

Der Schreibstil der Autorin ist humorvoll, passagenweise philosophisch angehaucht und lässt sich fließend lesen. Von der Londoner Umgebung bekommt man sehr viel mit, wobei es nicht nur um Sehenswürdigkeiten geht, sondern auch ländlichere Gegenden, wie Hannahs Geburtsort. Während des Lesens habe ich richtig gemerkt, dass Elle Cook in Großbritannien wohnen muss, da sie die Umgebung und die Leute so lebhaft eingefangen hat, dass richtige Bilder in meinem Kopf entstanden.

Alle Charaktere, die ich in diesem Buch kennenlernen durfte, sind extrem individuell und einzigartig. Die kaffee-bewertende Joan war eine meiner Lieblingsfiguren, weil sie weise Ratschläge gegeben hat, immer für Hannah da war und genau wusste, was richtig für sie war.

Hannah entwickelte sich von einer ‚unterdrückten‘ jungen Frau, die sich vieles nicht traute, zu einer abenteuerlustigen, spontanen Frau, die für ihre Träume kämpfte. Bei Davey war es ähnlich. Er wurde plötzlich aus seinem durchgeplanten Leben geworfen und musste wieder zu sich finden, um zu neuen Kräften zu kommen und neue Passionen zu entdecken.

Die beiden schlichen sich so schnell in mein Herz, obwohl ihre Art mich manchmal frustrierte, weil sie es sich häufig komplizierter machten als nötig. Genau das ließ sie wiederum lebhaft erscheinen, denn es gab keine Situation in diesem Buch, die nicht auch im wahren Leben so hätte passieren können.

Außerdem wies die Autorin auf toxische Beziehungen hin und traf verschiedene Gründe, in diesen zu bleiben, hervorragend auf den Punkt. Dadurch zeigte sie spielend leicht, wie gut die Hauptfiguren zusammen passen würden und wie schädigend ihre derzeitige Beziehung ist.

Im Nachwort beschreibt Elle Cook ihr persönliches Interesse an dieser Geschichte und hat mich damit mehr als zu Tränen gerührt. Ich hatte nicht gedacht, dass Teile der Geschichte auf wahren Begebenheiten beruhen würden.

Alles in Allem ist dieses Buch so schön persönlich, realistisch, romantisch und harmonisch, dass ich es nur weiterempfehlen kann. Der Plot, die Handlung und die Charaktere waren wunderbar aufeinander abgestimmt und ich habe jeden Lesemoment genossen.

{

So fangen doch alle Liebesgeschichten an,

mit etwas Schönem, etwas,

das zwei Menschen mühelos zusammenbringt.

– Joan