Rezension: The Romance Rivalry

von Apr. 27, 2026

Sokrates in Sneakern

Titel: The Romance Rivalry

AutorIn: Susan Lee

Format: Paperback

ISBN: 9783736325821

Seiten

Bewertung:

Über Tropes zur Liebe

Zum Inhalt:

Irene Park ist eine passionierte Leserin und Rezensentin von Romance-Büchern – ihre Liebe zu diesen Werken ist so groß, dass sie diese Leidenschaft zum Beruf machen möchte. Neben ihrem Literaturwissenschaftsstudium am Brighton College begeistert sie als erfolgreiche Buchbloggerin ihre Hunderttausenden von FollowerInnen. Doch während sie täglich über große Gefühle liest und spricht, bleibt ihr eigenes Liebesleben auf der Strecke. Irene fasst daher den Entschluss, selbst etwas zu unternehmen und ihre wahre Liebe mit Hilfe von Romance-Book-Tropes zu finden. Mit Aiden Jeon, ihrem stärksten Rivalen – sowohl auf dem Campus als auch unter den BuchbloggerInnen, ist ihr Kandidat fürs Fake Dating schnell gefunden. Was für Irene jedoch zunächst nur ein lästiges Abhaken ihres unbeliebtesten Tropes ist, fühlt sich bald nach einem unerwarteten HEA an …

Mein Eindruck:

Ich habe das Buch im Rahmen einer Leserunde vorab gelesen und ahnte bereits bei meiner Bewerbung, dass mich manche Aspekte beim Lesen ziemlich nerven könnten. Aber ich bin gerne bereit, mich von Büchern überraschen zu lassen oder zu erkennen, dass mein erster Eindruck falsch war.

Mein Interesse wurde in erster Linie durch die Rezensionsthematik geweckt und den Berufswunsch der Protagonistin. Zu Beginn fand ich Irene sehr sympathisch, vermutlich weil ich mich in mindestens zwei Punkten mit ihr identifizieren konnte. Je weiter die Handlung voranschritt, desto mehr schwand dieses Gefühl, weil ich einige Entscheidungen oder Beweggründe von Irene nicht nachvollziehen konnte. Sie wirkten auf mich einfach nicht authentisch, insbesondere ihre „Erleuchtung“ im letzten Viertel des Buchs. Ihr Konflikt wurde so lange hinausgezögert und so stark aufgebauscht, dass die Auflösung sich nicht passend bzw. mangelhaft oder überstürzt anfühlte.

Der Charakter von Aiden wurde meiner Meinung nach besser konstruiert und hat deshalb einen runderen und glaubhafteren Eindruck bei mir hinterlassen. Er ist einfühlsam, beharrlich, aufmerksam und charmant und wird nicht von seiner Schwäche oder seinen Fehlern definiert, wie es bei Irene der Fall ist. Die Kapitel aus seiner Perspektive haben mir gefallen und die Handlung zum Ende des Buchs aufgefrischt (obwohl ich kein Fan von seinen schriftstellerischen Fähigkeiten bin). Ihn als männlichen Romance-Blogger Irene gegenüberzustellen hat mir gut gefallen, weil somit der Stereotyp gebrochen wurde, dass nur Frauen Romance Bücher lesen und lieben können.

Auch die engen Freunde der beiden Protagonisten Jeannette und Charles habe ich in mein Herz geschlossen, weil sie unkomplizierte und treue Wegbegleiter waren und man als LeserIn genug von ihnen mitbekommen hat, um sie als vollwertige Nebenfiguren zu betrachten.

Der Schreibstil von Susan Lee hat sich flüssig und ohne Stolperfallen lesen lassen, was die Lektüre für mich angenehm und unterhaltsam zugleich gemacht hat. Sie fügte viele spannende Aspekte in die Handlung ein, wie etwa die Date-Challenge zwischen Aiden und Irene, hat diese aber nicht vertieft. Aus diesem Grund hat sich der Verlauf der Handlung allgemein für mich recht oberflächlich angefühlt und so sehr mir das Glossar zu Beginn des Buchs und die kleinen Rezensionsauszüge vor jedem Kapitel auch gefallen haben, konnten sie nicht von den Punkten ablenken, die mich zunehmend gestört haben.

Wie bereits zu Beginn meiner Rezension angedeutet, gab es Aspekte, bei denen ich ahnte, dass sie mich stören könnten und das war auch so. Hierbei sollte ich darauf hinweisen, dass ich Tropes einzig als Mittel zur Kategorisierung von Büchern sinnvoll finde, da sie ansonsten zu viel von der Story vorwegnehmen, auch wenn man sich im Romance Genre oft denken kann, wie das Buch endet. Die Bedeutung, die diesen Tropes im Buch beigemessen wurde, hat sie in meinen Augen nur lächerlicher werden lassen, wobei ich die realistische Darstellung ihres Nutzens im realen Leben gut fand. Sie sind keine Guideline zur Liebe und damit komme ich zu meinem letzten (Kritik-)Punkt – die Klischeehaftigkeit des Buchs.

Da ich mir unsicher bin, ob Susan Lee absichtlich ein Buch voller Klischees geschrieben hat, oder es versehentlich passiert ist, lasse ich diesen Punkt nicht in meine Bewertung einfließen, doch sollte ersteres der Fall gewesen sein, finde ich nicht, dass sie dem Romance Genre mit diesem Buch zu einem besseren Ansehen verhelfen konnte, was ich irgendwie als ihre Intention verstanden hatte.

„The Romance Rivalry“ ist ein Buch über und für Romance LeserInnen, das wenig Tiefe, aber ausreichend Humor und Romantik beinhaltet, um es unterhaltsam zu machen.

 

 

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„Es ist nur, dass mir Bücher Sicherheit geben.

Ich mag es, wenn sie um mich herum sind.

Sie von Ort zu Ort zu tragen.“

– Aiden