Bookstock Festival 24.10.2026
Ich habe am vergangenen Samstag zum ersten Mal das Bookstock Festival von Hugendubel besucht und möchte meine Erfahrungen ehrlich mit euch teilen. Zunächst ist es vielleicht wichtig zu wissen, dass ich mir das Ticket ausschließlich für Victoria Aveyard gekauft habe. Ihre Red Queen-Reihe hat mich vor einigen Jahren so richtig ins Fantasy-Genre gezogen, und seitdem stand sie auf meiner Liste der Autor:innen, die ich unbedingt mal treffen möchte. Seit einiger Zeit höre ich den Podcast von ihr und Soman Chainani (Autor von The School of Good and Evil und Young World) und habe dadurch einige Hintergrundinformationen zu ihrem neuen Fantasyroman für Erwachsene aufschnappen können. In Tempest geht es um eine in Ungnade gefallene Dame, die wegen Piraterie am Galgen hängen soll. Sie wird vor die Wahl gestellt: Entweder sie stirbt für ihre Taten oder sie hilft der Navy dabei, den letzten großen Piraten ihrer Zeit zu finden, der ganz zufällig der einzige Mann ist, den sie wirklich geliebt hat.
Das Gelände war recht übersichtlich und umfasste, neben einem temporären Gartenhäuschen, die eigentliche Kantine der Bavaria Filmstudios. Einzig die Show, fand in einem echten Studiogebäude statt. Es gab eine Vielzahl kleiner Stände verschiedener Verlage, an denen man sich in irgendeiner Form kreativ austoben konnte. In der Garden Lounge konnten Schlüsselanhänger gebastelt, Origami gefaltet, Armbänder oder Handyanhänger geknüpft und Wünsche an Kerzen gebunden werden. Am Hörbuchtisch von Argon konnte man in Hörbücher reinhören (ich habe in Magnut Knut Hansen gehört), und am Stand von Bramble gab es Glitzertattoos. In der Main Area befanden sich ein kleiner Bookshop, ein Lovelybooks-Tisch, an dem man Book Charms gestalten konnte, ein weiterer Tisch von LYX an dem man Postkarten versenden durfte, Prägestempel von Hugendubel, ein großer Buchbogen-Photopoint und eine Poetry-To-Go-Station. Für diese hätte man einen Zeitslot-Zettel gebraucht hätte (was ich erst erfahren habe, als ich bereits zehn Minuten in der Warteschlange stand). Im Bar-, Bistro- und Foyer-Bereich gab es eine Fotobox von Penguin Random House - die, nebenbei bemerkt, nicht für Personen unter 1,60 m ausgelegt war -, eine Tattoo-Bar mit temporären Tattoos und einen Tisch, an dem man sich Notizbücher personalisieren konnte. Natürlich gab es auch Speisen und Getränke. Es gab zudem eine Sky Lounge, in der Popcorn angeboten wurde. Ich habe sie jedoch nur von unten gesehen. Die Outdoor-Area wurde am Samstag aufgrund einer hohen Regenwahrscheinlichkeit nicht genutzt. Dort gab es nur einen Stand der Süddeutschen Zeitung, an dem eine Umfrage zum Thema „Geben oder nehmen uns die sozialen Netzwerke mehr?“ durchgeführt wurde.
Da ich das Festival allein besucht habe, konnte ich feststellen, dass es bestimmte Bereiche gibt, die solo-freundlich sind und andere, die es nicht sind. Bei jedem Foto-Spot wurde mir schmerzlich bewusst, dass ich niemanden hatte, mit dem ich auf dem Foto lustige Grimassen hätte ziehen können. Doch die allgemeine Menschenmasse konnte das Gefühl der Einsamkeit zu 90 Prozent der Zeit ausgleichen, da man sich gut in ihr verlieren konnte. An den DIY-Stationen kam man auf natürliche Weise mit anderen Besucher:innen ins Gespräch, doch das hielt nur so lange an, bis eine Person mit dem Basteln fertig war. Jede dieser Stationen wurde von mindestens einer Person betreut, was ich wirklich gut fand, denn manchmal wusste ich nicht, wie ich konkret vorgehen sollte. Leider hing das Ausmaß der Betreuung stark davon ab, ob gerade ein Blogger/eine Bloggerin am Tisch saß, was ich schade fand. Ansonsten waren alle sehr freundlich und zuvorkommend, wenn man eine Frage hatte.
Ich persönlich habe nicht alle Stationen geschafft, da ich manche nicht gefunden habe und ab einer bestimmten Zeit nicht mehr auf den Lagerplan geschaut habe. In einem späteren Gespräch mit einer anderen Besucherin kurz vor der Show erfuhr ich, dass es bei den Notizbüchern beispielsweise gar keine Sticker mehr zum Gestalten gab. Auch mir war an den von mir besuchten Tischen aufgefallen, dass das Kontingent mancher DIY-Projekte nicht auf die eigentliche Nachfrage ausgelegt war. Diese Beobachtung hat mich vermuten lassen, dass es womöglich ein Kontingent für beide Tage gab und die Besucher:innen am zweiten Tag einfach Pech gehabt haben könnten. Außerdem wird ziemlich deutlich, dass das Festival primär auf eine weibliche Zielgruppe ausgelegt ist. Daher ist es nicht überraschend, dass diese den größten Anteil der Besucher:innen ausgemacht hat. Dies kann zusätzlich auf das Programm der Show zurückgeführt werden, da dieses romantischer ausfiel als am Freitag zuvor - es kann also am Vortag ganz anders gewesen sein.
Für die Show hatte ich einen Platz in der zweiten Reihe erwischt und dementsprechend eine gute Sicht auf die Bühne. Zu Gast waren Kyra Groh mit The Peppermint Hot Chocolate Dilemma, Bonnie Garmus mit Peck & Peck (remote), Christoph Kramer mit Wolkenberührpunkt, Felicia Kingsley mit No Place to be Single und Victoria Aveyard mit Tempest. Alle haben einen sympathischen Eindruck auf mich gemacht, und auch die Moderatoren haben ihre Arbeit gut gemacht. Besonders eindrucksvoll waren Kyra Grohs Trick von der Dilogie zur Trilogie, Christoph Kramers Disney-Tassen-Sammlung und sein Kartentrick, Bonnies Inspirationsgeschichte für Lessons in Chemistry, Felicias Tokio-Hotel-Obsession und Victorias Wunsch, ihre Leserschaft zu quälen. Nachdem die Show abmoderiert war, strömten alle aus dem Studio, um sich zu den Signierbereichen zu begeben - mich eingeschlossen, da ich von Geschichten gehört hatte, in denen man keine Signatur erhielt. Ich stellte mich bei Victoria an und befand mich ungefähr mittig in der Warteschlange. Während der Wartezeit wurde ich immer nervöser, doch als ich an der Reihe war, konnte ich ihr fast alles sagen, was ich wollte. Leider sind keine Fotos von vorne möglich, sondern nur welche, auf denen man vor dem Tisch der jeweiligen Autorin/des jeweiligen Autors steht. Wenn ich gewollt hätte, hätte ich es sicherlich noch zu einer weiteren Person zum Signieren geschafft. Doch ich hatte nichts, das ich mir signieren lassen konnte, und von Kyra steht bereits ein signiertes Exemplar in meinem Regal. Also stellte ich mich erneut mit den signierten Büchern in die Fotobox, packte meine Sachen zusammen und verließ anschließend das Gelände. Die Goodie-Bag zum Abschied war eine schöne Überraschung und enthielt Eistee, Kakaopulver, einen Kugelschreiber, zwei Lippenprodukte, einen Blush, ein Lesezeichen, eine Handcreme, ein Prospekt zu deutschen Städten am Wasser und eine Postkarte.
Mein Fazit lautet: Wenn man frühzeitig vor Ort ist und von den Vorverkaufspreisen profitiert, kann man einiges für das gezahlte Ticket erhalten. Ich würde jedoch nicht noch einmal hingehen, es sei denn, ich würde mit einer Freundesgruppe zusammen gehen oder ein Autor/eine Autorin zu Besuch kommen, der/die ich unbedingt treffen möchte. Mich persönlich hat gestört, dass man keine Getränke mit in das Studio nehmen durfte und somit die Dauer der Show ohne Flüssigkeitszufuhr aushalten musste. Da die Show jedes Jahr live auf dem YouTube-Kanal von Hugendubel übertragen wird, ist ein Besuch überflüssig, wenn man keine Signatur möchte und sich nur für die Beiträge der einzelnen Autor:innen interessiert. Es war definitiv ein neues Erlebnis, das ich nicht missen möchte.









